| Die Einfachheit des Wissens |
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Es ist so einfach, wir alle wissen es und doch verstricken wir uns immer wieder in unseren eigenen Mustern, verrennen uns in unseren Geschichten und erleben manchmal die unglaublichsten Situationen wieder und wieder. Wie kommt es, dass wir uns im Alltag ertappen und vorne und hinten nichts von dieser Einfachheit, von diesem eigentlich so klaren Ist-Zustand mehr spüren, den wir in so vielen Büchern, so vielen Meditationen schon auf verschiedenste Art und Weise erzählt bekommen und sogar erfahren haben? Warum fallen wir immer wieder darauf herein und können den Zustand nicht halten, den wir durch verschiedene bewusstseinserweiternde Techniken, Vorträge, Bücher und Meditationen doch schon so oft erlebt haben? Es ist so einfach und doch tun wir uns immer wieder schwer, dies EINFACH zu leben. Was heisst das – Einfachheit des Wissens - im Alltag? Wie setzen wir die Einfachheit für uns um? Heisst das, dass wir zu Asketen werden sollen, uns nur noch mit dem „Wesentlichen“ umgeben, wie Mönche oder Einsiedler leben sollen? Sollen wir bescheidener werden, heute mal auf Schokolade verzichten, doch nicht fernsehen, weil wir die Zeit – die es ja bekanntlich nicht gibt – besser nutzen könnten, als nach Lust und Laune zu „zappen“? Die Einfachheit besteht in der Erkenntnis, dass alles in Abhängigkeit von Ursache und Wirkung ist. Ereignisse wandeln sich stetig, sind somit vergänglich und können nicht festgehalten werden. Unsere Erfahrungen basieren auf körperlich, intellektuell und gefühlsmässig erlebte Ereignisse, woraus unsere Gedanken und Vorstellungen geformt werden. Konkret heisst das z.B. bei Schmerzen im Körper, dass der Körper Signale an das Gehirn sendet, um physiologische Schutzmechanismen zur Erhaltung des Systems in Betrieb zu setzen. Das ist ein neutraler Vorgang und lediglich eine Körperfunktion zum Schutz des Organismus. Schmerz ist somit eine Information, ein Zustand, eine sich stetig wandelnde Körperempfindung. Es ist KEIN Gefühl. Weder positiv noch negativ. Erst unsere Gedanken bewerten diesen Zustand gut oder schlecht. Da Schmerz eine Bedrohung für den Körper darstellt, entsteht die Wahrnehmung der Gefahr und unser System reagiert mit Abwehr. Die Gedanken bewerten diese Situation als etwas das ICH nicht will. Das System wehrt sich dagegen und die Gedanken assoziieren „ICH wehre mich dagegen“. Das Signal der Gefahr durch den Schmerz im Körper ist somit eine (positive) Reaktion auf eine Situation. Erst unsere Gedanken verbinden diesen Ist-Zustand mit einer Wertung und mit dem einhergehenden, emotionellen Gefühl. Erkennen wir also die Situation wie sie ist und realisieren, dass unsere Gedanken immer wieder auf Umstände reagieren, so wird uns auch die Abhängigkeit und das Zusammenspiel von Ursache und Wirkung bewusst. Es bedarf keines Greifens nach emotionellen Erfahrungen aus vergangenen Situationen. Jedes Ereignis ist neu und einzigartig. Können wir uns neutral und im Bewusstsein dieser Abhängigkeiten einem Ereignis stellen, so befinden wir uns automatisch in der Einfachheit eines Ist-Zustandes und erfahren Gelassenheit in wertungsfreiem Raum. Gleichzeitig nehmen wir alles bewusst wahr. Wir sind verbunden mit allem was um uns herum existiert, neutral, ohne Vorstellung und ohne Erwartung. Alles wandelt und verändert sich also stetig. In diesem Erkennen liegt auch die Erfahrung aller vorangegangenen Situationen, alle Erlebnisse, positive wie negative. Wir reagieren und agieren aus der Erfahrung heraus, das ist ein logisches Verhaltensmuster. Vielfach greifen wir jedoch noch zusätzlich nach diesen Erfahrungen und wir machen unser Glück, bzw. Unglück abhängig von diesen äusseren Zuständen. Wir greifen danach und halten sie fest. Wir wissen, wenn dies oder jenes passiert, dann folgt das als nächstes. Wir setzen eine Erwartung in künftige Ereignisse oder bestimmen schon im Voraus, wie sich etwas anfühlt, da es sich ja letztes Mal auch schon so angefühlt hat. Einfachheit besteht darin, den sich wandelnden Moment zu erkennen, wahrzunehmen, spüren wie es gerade ist, jetzt! Spüre ich jetzt Nichts, dann ist das schon ok, spüre ich Kälte, Wärme, Wohlsein, Ärger, was auch immer, dann ist es genau das! Spüre ich was total anderes als mein vis-à-vis, dann stimmt das auch und ist einfach so. Gib Dir den Raum, einfach zu sein mit dem was ist. Hab keine Ansprüche und Erwartungen an das was sein müsste oder sogar dasselbe zu fühlen wie Dein Nachbar. Erlaube Dir zu spüren wie Du es wahrnimmst und geniesse es! Einfach zu sein mit dem was ist - jetzt. Ohne wenn und aber und „das letzte mal war’s anders“ oder „ich sollte doch ...“ oder „ich brauche noch ... um glücklich zu sein“...! In der Einfachheit überwältigen Dich die Gefühle nicht mehr. Du kannst sie wahrnehmen, klammerst Dich aber nicht mehr daran. Du wirst beweglicher und kannst Deine Verantwortung übernehmen. Indem Du die Eigenverantwortung wahrnimmst, nimmst Du Dein Leben in die Hand, beginnst Dein Schöpfungspotenzial zu nutzen und lässt Dich nicht mehr von vergangenen Erlebnissen einnehmen. Wenn man die Einfachheit lebt, nimmt man Dinge wahr, die nicht mehr von Vorstellung, Gedanken oder der eigenen Struktur geprägt sind. Sie entfalten sich frei in der Wahrnehmung. Das eigene Bewusstsein öffnet für das, was in diesem Moment entsteht. Da Du Dir keine Vorstellung von dem machst, was entstehen soll, kann sich auch einfach das entwickeln, was dieser Moment in sich birgt. Fühl Dich wie ein Kind, das staunt über die Wunder dieser Welt. Schau hin und nimm wahr, unvoreingenommen und erwarte nicht. Wünsche Dir nichts Grossartiges oder Trauriges oder was immer Deine Gedanken Dir vorgaukeln, was jetzt kommen müsste, sondern nimm einfach wahr. Erlaube Dir einfach präsent zu sein und mit dem zu sein was jetzt ist. Sei einfach faul, wenn Du faul bist, freue Dich wenn Du Dich freust, spür den Ärger und ärgere Dich, aber klammere Dich nicht daran. Lass es einfach zu und schau was passiert, es wird sich in irgendeiner Form verändern, so oder so! Gib Dir den Raum zu sein, ohne Erwartung an Dich selbst. Versuche nichts zu erreichen, aber versuch es nicht verbissen. Spür Deinen Körper wie er sich anfühlt einfach zu sein, nimm Deine Gefühle wahr wie sie sich dabei zeigen. Es darf einfach sein, Du darfst einfach sein, Du darfst EINFACH sein und wissen! Wisse was es in diesem Moment zu wissen gibt! Durch dass Du Dich mit allem verbindest, bist Du in der allwissenden Energie. Wissen wird erkennbar in Deinem Bewusstsein, bzw. ist dann einfach da. Vertraue der Einfachheit des Wissens, lass es aus sich selbst heraus entstehen, ohne danach zu suchen, ohne Erwartung und Vorstellung. Geniesse es zurück zu lehnen und das Wissen auf Dich zukommen zu lassen! Energie ist immer da, lass Deine Vernebelung sich selber lichten!
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