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Kraft der Sammlung stärken
Geschrieben von Saajid Zandolini   

Vielleicht wundert sich manche/r von euch warum trotz jahrelanger Meditationspraxis der Sog der gebundenen Kräfte, Identifikationen und Fixierungen, sowie die Polaritäten von gut – schlecht, richtig - falsch, recht haben - unrecht haben etc. immer noch soviel Wirkung auf uns ausüben.

Diese Kräfte sind jedoch durch Jahrtausende der Hinwendung an Äusserlichkeiten sehr mächtig in uns geworden. Es ist kein Leichtes ihnen zu entrinnen.

 

Es ist sehr wesentlich, unseren Geist zu Einen und damit die Sammlungskräfte, welche wir zur Hinwendung an die Wesensnatur benötigen zu stärken!

 

Hier eine sehr effiziente Übung zur Stärkung der Sammlungskräfte des  einen Geistes, welcher sich durch unsere Lebensweise, das heisst durch so viele Auseinandersetzungen mit Zu-viel-isations-Müll und gesellschaftlichen Anforderungen in viele Kleingeister zersplittert hat und sich kraftlos verzettelt.

 

Stärkung des geeinten Geistes zur Hinwendung an die Wirklichkeit unseres Seins:

 

Die erste Bedingung ist deine Wahrnehmung (welche üblicherweise von deinem Ich aus geht) als Gewahrsein zu öffnen.

 

1. Halte inne! (wenn möglich immer wenn es dir in den Sinn kommt) Öffne deinen vielleicht gerade fokussierten Blick, indem du das ganze Panorama deines Blickfeldes wahrnimmst, auch wenn du dich irgendwo hinwendest.

 

2. Nimm dich selbst als Wahrnehmenden mit in deine Wahrnehmung hinein. Eine kleine Verschiebung, eine grosse Wirkung.

 

Die zweite Bedingung ist mühelose Intensität.

 

1. Sei mit grosser Intensität, intensiver Präsenz, wie einen eiskalten reissenden Bergbach durchquerend, anwesend - ohne dich zu verspannen! Ganz mühelos! (keine Anspannung oder Anstrengung!)

 

2. Atme tief ein und aus ohne den Atem zu pressen. Nimm auch die Lücken wahr!

 

3. Trenne nicht in den Wahrnehmenden und das Wahrgenommene. Sei Eins mit allem was ist.

Lass dieser Wahrnehmung nichts und sei es noch so scheinbar unbedeutend entgehen. Bleibe in grosser Intensität.

 

Zur Verdeutlichung:

stelle dir vor, dass du in einem Schwertduell einem mächtigen Gegner gegenüber stehst. Du bist ganz natürlich in grosser Aufmerksamkeit, Intensität und Wachheit, sowie zeitloser Klarheit, denn eine kleine Unaufmerksamkeit deinerseits und dein Kopf ist weg. Deine Hinwendung an deinen Gegner ist total. Eine grosse Menschenmenge versammelt sich um die ganze Szene herum, viel Lärm und Bewegung. Du nimmst all dies  wahr und doch weicht deine Hinwendung an deinen Gegner nicht um die  kleinste Spur ab. Alles Geschehen, inkl. dich selbst ist in unglaublicher, müheloser Intensität präsent.

 

Wenn immer möglich, tags und nachts, halte inne und mache diese Übung für einige Sekunden oder Minuten.

Ausser während der Sitzmeditation (Zazen), denn diese sollte unbedingt frei von jeglichem Tun sein und sei es noch so mühelos. Bei genügender Stärkung der Sammelkräfte fliessen diese ganz natürlich ohne unser dazutun in die Sitzmeditation ein.

 

Es ist besser diese Übung im Laufe des Tages öfters zu praktizieren, als diese zeitlich auszudehnen, da sie sonst an Kraft verliert und zu einem Ziel-erreichen-wollen degeneriert.

Diese Übung ist einer Art Kraftaufbautraining der Muskeln vergleichbar.

Es ist besser die Muskeln öfters kurz und intensiv zu trainieren als selten und möglichst lange zu beanspruchen.

 

Saajid Zandolini